Nebenjob / Kellner

Aushilfe beim Heurigen

Aushilfe beim Heurigen: Nebenjob als Kellner in der Weinsaison

Eine Aushilfe beim Heurigen zu werden, gehört zu den beliebtesten Nebenjobs in Österreichs Weinregionen, denn zwischen Ausschank, Buschenschank-Tradition und geselligen Gästen lässt sich hier saisonal gutes Geld verdienen. Doch welche Aufgaben erwarten Servicekräfte tatsächlich, und wer eignet sich für den Job?

Was ein Heuriger ist und wann Personal gesucht wird

Der Heurige, auch Buschenschank genannt, schenkt traditionell den eigenen Wein des Weinguts aus und serviert dazu kalte Jausenplatten mit Speck, Käse und selbst gemachtem Brot. Die Saison beginnt meist im Frühling und zieht sich bis in den späten Herbst, wobei rund um die Weinlese im September und Oktober besonders viel Personal gebraucht wird, weil zeitgleich Sturm ausgeschenkt und der Andrang der Gäste am größten ist. Wien mit seinen Heurigenorten wie Grinzing oder Nussdorf, die Wachau, das Burgenland und die Südsteiermark zählen zu den klassischen Regionen, in denen Winzer über die Saison hinweg sehr häufig Aushilfen einstellen. Da viele Betriebe als Buschenschank nur an bestimmten Tagen im Jahr geöffnet haben dürfen, konzentriert sich der Personalbedarf oft auf kurze, intensive Phasen. Wer flexibel ein paar Wochenenden oder eine ganze Saison mithelfen möchte, findet hier verlässlich Bedarf.

Aufgaben als Kellner und Servicekraft

Im Zentrum steht der direkte Kontakt zu den Gästen und ihnen damit das bestmögliche Gefühl zu schenken. Tische decken, Bestellungen aufnehmen, Wein und Sturm ausschenken sowie Jausenbretter servieren – all diese Aufgaben gehören zum Kerngeschäft. Dazu kommen die Abrechnung an der Kasse, das Abräumen und Reinigen der Tische sowie gelegentlich Mithilfe in der Küche beim Anrichten der Platten oder beim Nachschlichten der Weinflaschen im Keller. Da viele Heurige einen Gastgarten oder eine überdachte Terrasse bewirten, findet ein großer Teil der Arbeit im Freien statt, was den Job im Sommer besonders angenehm, an kühleren Herbstabenden aber auch fordernder macht. An stark besuchten Abenden ist zudem Teamarbeit gefragt, etwa wenn mehrere Aushilfen gemeinsam einen vollen Gastgarten betreuen.

Wer über die Weinsaison hinaus in der Branche bleiben möchte, findet heutzutage viele weitere Stellen in Gastronomie und Hotellerie.

Wer für den Job infrage kommt

Eine abgeschlossene Ausbildung ist für die Aushilfe beim Heurigen in der Regel nicht notwendig, gefragt sind stattdessen Freundlichkeit, Belastbarkeit und ein gepflegtes Auftreten gegenüber den Gästen. Da der Betrieb vor allem an Abenden und Wochenenden läuft, sollten Bewerber zudem zeitlich flexibel sein, insbesondere wenn die Aushilfe parallel zu Schule, Studium oder einem anderen Job ausgeübt wird.

Körperliche Fitness ist ebenso von Vorteil, schließlich müssen Tabletts mit Getränken und Jausenplatten über längere Strecken getragen werden und das oft über mehrere Stunden am Stück. Beim Ausschank von Alkohol gelten die Bestimmungen des jeweiligen Landes-Jugendschutzgesetzes, weshalb das Mindestalter für bestimmte Tätigkeiten variieren kann. Sprachlich reicht in den meisten Betrieben solides Deutsch, in stark touristisch geprägten Regionen wie der Wachau sind einfache Englischkenntnisse jedoch ein zusätzliches Plus.

Unterschied zum klassischen Restaurantjob

Anders als im klassischen Restaurantbetrieb steht beim Heurigen meist ein überschaubares, oft familiär geführtes Lokal im Mittelpunkt, in dem sich Gäste und Personal über die Saison hinweg gut kennenlernen. Die Speisekarte ist in der Regel kürzer und stärker auf kalte, regionale Küche ausgerichtet, wodurch der Fokus stärker auf dem Getränkeservice und der Weinberatung liegt als auf klassischem Tischservice mit warmen Menüs. Für Einsteigerinnen und Einsteiger in die Gastronomie ist das ein guter Rahmen, um erste Erfahrungen im direkten Gästekontakt zu sammeln, ohne sofort ein umfangreiches Speisenangebot bedienen zu müssen. Auch die Teams sind meist kleiner, was den Einstieg erleichtert und schnellere Absprachen im laufenden Betrieb ermöglicht.

Verdienst und Arbeitszeiten

Die Bezahlung orientiert sich am Kollektivvertrag für das Gastgewerbe, dazu kommt bei den meisten Heurigen ein spürbarer Anteil an Trinkgeld, der den tatsächlichen Verdienst oft deutlich erhöht. Viele Betriebe bieten die Beschäftigung auf geringfügiger Basis an, sodass sich der Nebenjob gut mit Studium, Hauptberuf oder Schule vereinbaren lässt, ohne die Geringfügigkeitsgrenze zu überschreiten. Die Schichten liegen typischerweise am späten Nachmittag oder Abend und reichen an Wochenenden häufig bis in die Nacht hinein, während an ruhigeren Wochentagen auch kürzere Einsätze möglich sind. Manche Winzer bieten zusätzlich ein Fixum pro Schicht an, das unabhängig vom Gästeaufkommen ausbezahlt wird, sowie freie Verpflegung während der Arbeitszeit.

Wo sich passende Stellen finden lassen

Heurigenbetriebe suchen ihr Saisonpersonal häufig kurzfristig, etwa über Aushänge vor Ort, Mundpropaganda in der Region oder Inserate auf Jobportalen. Wer gezielt sucht, kommt mit einer Direktanfrage beim Winzer oft schneller zum Ziel als über lange Bewerbungsprozesse, da viele Betriebe lieber persönlich vorstellig gewordene Bewerberinnen und Bewerber einstellen.

Was für den Einstieg hilfreich ist

Neben Pünktlichkeit und einem freundlichen Auftreten schätzen viele Winzer auch ein gewisses Grundinteresse an Wein, da Gäste häufig Fragen zu den ausgeschenkten Sorten oder zur Herkunft der Trauben stellen.

Einen Überblick über österreichische Weinorte und Betriebe in den heimischen Anbaugebieten sollten Bewerber im Vorfeld auch unbedingt anschauen, um den Gästen schlussendlich auch eventuelle Informationen bieten zu können. Wetterfeste, bequeme Schuhe sind wegen der langen Stehzeiten im Gastgarten von Vorteil, ebenso eine gewisse Gelassenheit an turbulenten Abenden mit vollen Tischen. Wer bereits Erfahrung im Umgang mit Bargeld oder Kassensystemen mitbringt, hat oft einen leichteren Einstieg, da viele Heurige noch mit einfachen Abrechnungsmethoden arbeiten. Auch ein Blick in die aktuellen Öffnungszeiten der jeweiligen Buschenschanke lohnt sich vor der Bewerbung, da diese je nach Betrieb und Saison variieren.

Bewerbung und Einstieg in die Weinsaison

Für die Bewerbung genügt meist ein kurzes, persönliches Gespräch vor Ort oder ein formloses Anschreiben mit den wichtigsten Eckdaten zur Verfügbarkeit. Da die Nachfrage nach zuverlässigen Aushilfen gerade zur Erntezeit hoch ist, lohnt es sich, bereits einige Wochen vor Saisonbeginn bei Winzern in der Wunschregion nachzufragen. Wer den Einstieg schafft, sammelt nicht nur ein Zubrot, sondern auch Erfahrung im direkten Gästekontakt, die sich für weitere Stellen in der Gastronomie nutzen lässt.

Ein Saisonjob mit Aussicht auf Wiederholung

Wer einmal beim Heurigen mitgeholfen hat, wird von vielen Betrieben gerne im nächsten Jahr wieder angefragt, da eingearbeitetes Personal in der kurzen Saison besonders wertvoll ist. Damit kann aus einem einmaligen Nebenjob rasch eine feste jährliche Einnahmequelle werden, die sich gut mit anderen Verpflichtungen kombinieren lässt und über mehrere Jahre hinweg zu einem festen Bestandteil des eigenen Kalenders wird.

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